Holzschädlinge - Insekten
Der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum)
Erkennbar an seinen kreisrunden, 1 - 2 mm großen Ausfluglöchern in nahezu allen Holzarten und hier auch das innen liegende Kernholz befallend, nahezu unabhängig vom Alter des Holzes.
Die Larven sind ca. 6 mm lang und nagen - je nach Holzart, Holzfeuchte und Umgebungstemperatur 4 - 8 Jahre bis zur Schlupfreife. Die fertigen Käfer sind 3,5 - 4,5 mm lang und dunkelbraun gefärbt. Erkennbar ist der Befall für den Sachkundigen - auch dessen Aktivität- an den Kotpillen, den Ausfluglöchern, den Larven und an dem ausgestoßenem Bohrmehl.
Der Hausbock (Hylutrupes bajulus)
Deutlich erkennbar ist ein Befall an den ovalen ca. 4 x 7 mm großen Ausfluglöchern, die sich ausnahmslos nur in den weichen äußeren Splintholzschichten der Hölzer finden. Dabei wird ausschließlich Nadelholz befallen und dies in Häusern bevorzugt auf der warmen Südseite und im oberen Bereich.
Die bis zu 30 mm langen Larven leben bis zum Ausschlüpfen durchschnittlich 2 - 4 Jahre im Holz und zerlegen in dieser Zeit das Splintholz bis auf eine papierdünne Oberfläche völlig zu Mehl.
Dabei können auf Dachböden mit aktivem Befall bei ruhiger Umgebung die Nagegeräusche deutlich gehört werden.
Die geschlüpften Käfer sind 15 - 30 mm lang, braun/schwärzlich gefärbt und an den für alle Bockkäferarten langen Fühlern zu erkennen.
Nach allgemeiner Auffassung wird Nadelholz, das bereits 50 - 70 Jahre verbaut war, nicht mehr vom Hausbock befallen, weil sich die Inhaltsstoffe für diesen unattraktiv verändert haben, in solchen Dachstühlen handelt es sich dann (fast) immer um einen sog. erloschenen Befall.
Der gescheckte Nagekäfer (Xestibium rufovilosum) und der Trotzkopf (Coelostethus
pertinax)
Diese beiden sollen zusammen genannt werden, weil sie am Schadbild für den
Laien nicht zu unterschieden sind und beide vornehmlich in Holz zu finden
sind, das bereits durch Pilze befallen und quasi durch Braunfäule vorgeschädigt
wurde. Zu sehen sind kreisrunde, ca. 3 mm große Löcher, die Frassgänge gehen
quer durch den gesamten Holzquerschnitt. Sichtbarer Unterschied besteht
in der Form der zu findenden Kotpillen, die beim Gescheckten Nagekäfer linsenförmig
und beim Trotzkopf trogförmig sind. Die Käfer des gewöhnlichen Nagekäfers
sind mit 2 - 3 mm etwas kleiner als der Trotzkopf mit 4 - 6 mm, dagegen
sind dessen Larven mit bis zu 10 mm diesem ebenbürtig. Eine Bekämpfung erübrigt
sich in den meißten Fällen, da das pilzgeschädigte Holz ohnehin ausgebaut
werden muss, außerdem wirken die herkömmlichen Holzschutzmittel bei diesen
Larven kaum. ![]()
Der Braune Splinztholzkäfer (Lyctus bruneus)
Dieser Käfer ist ein echter Ausländer, der in Deutschland ursprünglich nicht
beheimatet war und erst durch den Import von Laubhölzern in den verschiedensten
Varianten sich lokal ausgebreitet hat. Er ist in der Lage eine große zerstörerische
Arbeit zu vollführen und ist bei Holzhändlern u.a. gefürchtet, da er Holz
aller Arten von Tropenholz bis Eiche befällt und Parkett, Bilderrahmen,
Furnierhölzer und Möbel schädigt. Die Larven des 2,5 - 8 mm großen Käfers
entwickeln sich im Gegensatz zu den anderen Arten in 5 - 18 Monaten relativ
rasch so das sich ein kleiner Befall aus einem Bilderrahmen o.a. schnell
über die ganze Wohnung ausbreiten kann. Aus diesem Grunde sind Bekämpfungsmaßnahmen
nach einem erkannten befall auch schnell zu realisieren. ![]()
Holzschädlinge
- Pilze
Der Echte Hausschwamm
Er wird auch fälschlicherweise als Mauerschwamm bezeichnet und heißt auf lateinisch Serpula lacrimans - die tränende Schlange. Damit ist die Fähigkeit des Pilzes gemeint, überflüssiges Wasser als Tropfen über Myzel und Fruchtkörper auszuscheiden.
Er ist seit einigen tausend Jahren Wegbegleiter des Menschen und seiner Häuser und auch im Alten Testament, 3. Buch Moses, Kap. 14 Verse 33-48 als "Aussatz an Häusern" bezeichnet.
Seine besonderen und nur ihm eigenen Eigenschaften (versteckte Lebensweise unter Dielen, Paneelen, Fliesen - geringerer Feuchtigkeitsanspruch - meterlanges Durchwachsen von Fugen und rissigen Ziegeln im Mauerwerk und unter dem Putz - weiterleiten von Wasser über seine Myzele und dadurch Befall und Zerstörung auch von trockenem Holz - eine rasche und völlige Zerstörung befallenen Holzes - jahrelanges Überleben nach Feuchtigkeitsentzug in einer Art Trockenstarre - schnelle Ausbildung von Fruchtkörpern und dadurch Verbreitung der Sporen) machen ihn besonders gefährlich für das Gebäude und aufwendig in der Sanierung im Vergleich zu allen nachfolgend benannten Pilzen.
Dies gilt auch für die "nahen Verwandten" wie den Kleinen, den Gelbrandigen, den Wilden und den Balkenbewohnenden Hausschwamm.
Durch keine wissenschaftliche Methode kann bisher das Alter eines Befalls belegt werden kann, sondern nur die Frage nach seiner Vitalität.
Die Sanierung müssen zum Vorteil des Bauherren nach sachkundiger Voruntersuchung nur Fachbetriebe durchgeführt werden, die eine durch Normen und Gesetze geforderte Sachkunde dafür aufweisen, um Sanierungsschäden mit folgenden Mehrkosten (wie aktuelle Schadensfälle zeigen) zu vermeiden.
Brauner Keller- oder Warzenschwamm
Dieser mit lat. Namen Coniophora puteana lautende Pilz kommt nicht nur im Keller vor wie der Name vermuten lässt, sondern überall im Gebäude, wo es Holz mit einer Holzfeuchte von ca. 60 % (also ziemlich nass) gibt.
Er bildet in der Regel schwarze, am Untergrund fest anhaftende Myzele und ist in der Lage bei andauernder Feuchtigkeit das Holz binnen kurzer Frist völlig zu zerstören.
Dagegen kann er Mauerwerk kaum durchwachsen und stirbt bei Feuchteentzug rel. schnell ab.
Fruchtkörper sind bei ihm selten zu sehen und meist nur als dünne Häute an der Oberfläche anhaftend.
Dieser auffallend weiße eisblumenartige Myzele bildende Pilz liegt mit seinem Feuchtigkeitsanspruch zwischen Hausschwamm und Kellerschwamm und ist ebenfalls überall im Haus zu finden, wo er seine Lebensbedingungen hat.
Seine Zerstörungskraft steht diesen beiden in keinem nach, er bildet oft dicke polsterartige Fruchtkörper, stirbt aber bei Feuchtentzug erst nach einigen Monaten ab und bleibt dann als weißer Belag auf dem Holz vorhanden.
Mauerwerk kann er nur durchwachsen, wenn dies locker und mit Hohlstellen versehen ist.
Zu diesen gehören die beiden typischen Vertreter der Zaun- und der Tannenblättlings.
Sie haben ein ausgesprochen hohes Feuchtebedürfnis und finden sich meist im Freien an Zäunen, Masten, an Schwellen und Fensterrahmen.
Sie sind oft erst zu erkenne, wenn Sie ihre typischen Fruchtkörper bilden. Da sie eine sog. Innenfäule verursachen ist das befallene Holz mit ihrem Erkennen meist im Inneren schon völlig zerstört und nur noch zu ersetzen.
Weitere im und am Haus vorkommende Pilze sind der Große Rindenpilz, der Schmetterlingsporling, der Spaltblättling, der Sägeblättling, der Eichenporling oder Ausgebreiteter Hausporling, der Muschelkrempling und nicht zuletzt die Schimmelpilze, zu denen an späterer Stelle etwas gesagt werden soll.
















